Definition
Knicks sind zumeist erhöhte Wallhecken mit Baum- und Strauchvegetation, die alle 10-15 Jahre 'auf den Stock gesetzt' werden, d.h. der Bewuchs wird etwa 20 cm über dem Boden gekappt. Größere Bäume sollten alle 40-80 m als sog. 'Überhälter' stehen gelassen werden.
Hohe ökologische und landschaftsästhetische Bedeutung
Knicks gehören zu den prägenden Elementen der schleswig-holsteinischen Kulturlandschaft und bieten zahlreichen Tier- u. Pflanzenarten sowohl Lebensräume als auch Wanderwege. So wachsen in Schleswig-Holsteins Knicks, wenn sie gesund und gut gepflegt sind, 30 Rosen- u. 100 verschiedene Brombeerarten und auf 1 km Knicklänge wurden schon 30 brütende Vogelpaare, unter anderem Goldammer und Heckenbraunelle, festgestellt.
Schleichende Entwertung und Zerstörung
Doch auch im Raum Lübeck gibt es immer weniger intakte Knicks, was man an seitlich nach innen zusammen gestutzten schmalen 'Handtüchern' und abgepflügten Knickwällen erkennen kann. Die wiederholte unsachgemäße Knickpflege haben manche Knicks nicht überlebt, so dass dort nur noch kümmerliche Gehölzreste oder grasbewachsene Wälle zu finden sind.
Gesetzlicher Schutz und mangelnde Kontrolle
Dabei sind die Knicks nach § 21 Abs. 5 Landesnaturschutzgesetz (vom 01.03.2010) geschützt. Die zulässigen Pflege- und Bewirtschaftungsmaßnahmen sind in der Biotopverordnung des Landes (vom 22.01.2009) unter § 1 Abs. 10 aufgeführt. Doch eine Vereinbarung zwischen Landwirtschaftsministerium, Bauernverband und Landesverband der Lohnunternehmer regelt in der Realität (anstelle der früheren Knickverordnung) die zulässige Knickpflege. Darin wurden die Anforderungen vom jetzigen CDU-geführten Landwirtschafts- u. 'Naturschutz'-Ministerium allerdings deutlich aufgeweicht. Aufgrund fehlender Kontrollen und Sanktionen werden jedoch selbst diese dürftigen Schutzbestimmungen häufig missachtet.
Die Knick-Aktion des BUND
Der BUND-Landesarbeitskreis Naturschutz hat daher den Zustand einiger Knicks dokumentiert, um größere Aufmerksamkeit für den Knickschutz in der Öffentlichkeit, bessere Schutzbestimmungen und verstärkte Kontrollen zu erreichen. (Es geht aber nicht darum Landwirte zu denunzieren, wie der Bauernverband im 'Bauernblatt' v. 15.11.2008 behauptete.) Vom Herbst 2008 bis in den Sommer 2009 hinein haben sich BUND-Aktive und Naturfreunde beteiligt und viele Daten zusammen getragen. Die Ergebnisse stehen hier als Download zur Verfügung.
Knick-Check-Aktion: Ergebnis für Schleswig-Holstein (Teilbereiche)
Knick-Check-Aktion: Ergebnis für Lübeck
Knick-Check-Aktion: Ergebnis-Bewertung